All tagged Suhrkamp

#51 Heinz Helle: Die Überwindung der Schwerkraft

Den Raum der Leere können wir nicht bewohnen. Wir können ihn nicht von innerhalb denken, sondern nur von außerhalb, stellen ihn uns vor als Leer___stelle, eine Lücke, die der Teufel lässt, um uns zu ärgern. Wenn es ein Motiv gibt, das Heinz Helles neuer Roman, Die Überwindung der Schwerkraft, antastet, dann ist es dieses. Der Moment, in dem wir sprechen, ohne zu wirken, Sinn produzieren, der sich für den einen, um den es wirklich geht, verspätet und darum uns alle betrifft.

#44 Marcel Beyer: Das blindgeweinte Jahrhundert

Beyer ist ein Trauerredner und dieses Buch der Geleitbrief, eine späte Kondolenz. Der Versuch, die Geschichte anhand der in ihr vergossenen Tränen zu erzählen, ist keine Rezitation in nuce. Sie ist kein Ausdruck seines Interesses, die Ereignisse auf ein einziges in einer Nussschale zusammenzustauchen, sondern ganz anders in lacrima – nicht in Worten, aber Tränen – die Stimmung eines Jahrhunderts zu spiegeln.

#38 Maurice Blanchot: Warten Vergessen

Dieses Buch ist unerträglich. Es ist eine Geschichte unwirklicher Präsenz. Die eine Anwesenheit, eine Liebe, bedeuten kann, die immer möglich ist, die auszuhalten wir aber nicht imstande sein werden. So surren die Parataxen, sie ädern ins Unverständliche, haben die Stimme in ihrer alltäglichen Kenntlichkeit gebrochen.

#20 Paul Valéry: Windstriche

Entweder, man nimmt den Autor beim Wort, was mühsam ist und ermüdend. Oder aber, man spaziert durch die Sätze, bleibt stehen, guckt kurz, so wie man im Park stehen bleibt, wenn ein lustiger Schnurrbart vorbeiläuft.