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#52 Judith Schalanksy: Verzeichnis einiger Verluste

Hören wir die Klage, die von dem Satz ausgeht? Dass die Welt nur um das Bekannte zu trauern vermag? Denn wie könnten wir das Unbekannte auch betrauern? Mit welchen Vokabeln ritualisierten wir dann unser Gedenken der Dinge, die wir nicht kennen? Wie würdigten wir im Anschluss mit unserem Schreiben auch das Ungeschriebene?

#51 Heinz Helle: Die Überwindung der Schwerkraft

Den Raum der Leere können wir nicht bewohnen. Wir können ihn nicht von innerhalb denken, sondern nur von außerhalb, stellen ihn uns vor als Leer___stelle, eine Lücke, die der Teufel lässt, um uns zu ärgern. Wenn es ein Motiv gibt, das Heinz Helles neuer Roman, Die Überwindung der Schwerkraft, antastet, dann ist es dieses. Der Moment, in dem wir sprechen, ohne zu wirken, Sinn produzieren, der sich für den einen, um den es wirklich geht, verspätet und darum uns alle betrifft.

#48 Mascha Kaléko: Mein Lied geht weiter

Was so beeindruckt, ist Kalékos Gabe, im Alltäglichsten, im Kleinsten, das literarisch Anmutige und Große zu entdecken. Es lyrisch aufzudecken für den Leser, der sich zugleich darin, im Kleinen, wiederfindet und von sich selbst, im Großen, entfremdet sieht. Ist das alles nur aufgebauscht?, könnte man fragen, womöglich ein Hineindichten von großen Lebensthemen in alltägliche Ereignisse, die damit wenig zu tun haben? Nicht, was es scheint also, ein Zaubertrick?