All tagged Lyrik

#48 Mascha Kaléko: Mein Lied geht weiter

Was so beeindruckt, ist Kalékos Gabe, im Alltäglichsten, im Kleinsten, das literarisch Anmutige und Große zu entdecken. Es lyrisch aufzudecken für den Leser, der sich zugleich darin, im Kleinen, wiederfindet und von sich selbst, im Großen, entfremdet sieht. Ist das alles nur aufgebauscht?, könnte man fragen, womöglich ein Hineindichten von großen Lebensthemen in alltägliche Ereignisse, die damit wenig zu tun haben? Nicht, was es scheint also, ein Zaubertrick?

#45 Alexander Kluge und Ben Lerner: Schnee über Venedig

Lerner, ein 39-Jähriger, der von Kluge geprägt ist, ohne dass dieser davon weiß, veröffentlicht 2004 mit Die Lichtenbergfiguren seinen ersten Lyrikband. Mehr als ein Jahrzehnt später entdeckt Lerner zufällig einen elektronischen Brief in seinem Spam-Ordner. Er kam von Alexander Kluge. Der hatte seine Gedichte in der deutschen Übersetzung gelesen und ihm daraufhin eine Sammlung von Geschichten gesandt, die von einzelnen Zeilen Lerners inspiriert waren. Der Gruß eines Schriftstellers an einen Schriftsteller. Es ist »eine Menge Zufall erforderlich für eine Kooperation«, sagt Kluge.

#29 Paul Celan: Mohn und Gedächtnis

Celans »Todesfuge«, die längst Schulbuchlyrik ist, mag in der Tat beschreibend klingen – sie ist es nicht. Vielmehr durchzieht die einzelnen Worte eine Schwere, die sich wie eine abbremsende Last anbindet und so zwar ein Sprechen zulässt, aber nur eines im Modus des anklingenden Verstummens.