All tagged Gedichte

#48 Mascha Kaléko: Mein Lied geht weiter

Was so beeindruckt, ist Kalékos Gabe, im Alltäglichsten, im Kleinsten, das literarisch Anmutige und Große zu entdecken. Es lyrisch aufzudecken für den Leser, der sich zugleich darin, im Kleinen, wiederfindet und von sich selbst, im Großen, entfremdet sieht. Ist das alles nur aufgebauscht?, könnte man fragen, womöglich ein Hineindichten von großen Lebensthemen in alltägliche Ereignisse, die damit wenig zu tun haben? Nicht, was es scheint also, ein Zaubertrick?

#29 Paul Celan: Mohn und Gedächtnis

Celans »Todesfuge«, die längst Schulbuchlyrik ist, mag in der Tat beschreibend klingen – sie ist es nicht. Vielmehr durchzieht die einzelnen Worte eine Schwere, die sich wie eine abbremsende Last anbindet und so zwar ein Sprechen zulässt, aber nur eines im Modus des anklingenden Verstummens.