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#49 Kathleen Collins: Nur Einmal

Collins sieht mit den Augen einer Regisseurin. Ihre Sätze sind wie Bilder übergangslos aneinandergeschnitten. Manchmal klingen sie nach einer Regieanweisung: Jetzt mehr Licht auf ihn. Manchmal scheint es, besonders in den ersten Erzählungen des Buchs, als hätte die Kamera zu einer Sprache jenseits ihrer Bildsprache gefunden. Als wären die Augen von Kathleen Collins zwei mächtige Scheinwerfer, die durch die Dunkelheit brechen und die Kamera stünde neben ihnen und zeichnete alles auf und diktierte: Sie bleibt im Halbdunkel zurück und sucht die Gefühle, die früher den Raum erhellten. Als wären die Absätze Bilder und jeder Text eine Collage.

#25 Andrej Tarkowskij: Die versiegelte Zeit

Wer sich zum ersten Mal einen Film von Tarkowskij ansieht, wird wohl erstaunt sein: da ist viel Ruhe, wenig bis gar keine Dramaturgie. Momentaufnahmen von bestechender Schönheit – man nehme sich nur einmal der Schlussszene im Film »Nostalghia« an, in der man Zeuge der ungewöhnlichen, ergreifend andächtig inszenierten Handlung eines Mannes wird, der, eine brennende Kerze in Händen wiegend, ein stillgelegtes Thermalbecken durchschreiten möchte.