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#44 Marcel Beyer: Das blindgeweinte Jahrhundert

Beyer ist ein Trauerredner und dieses Buch der Geleitbrief, eine späte Kondolenz. Der Versuch, die Geschichte anhand der in ihr vergossenen Tränen zu erzählen, ist keine Rezitation in nuce. Sie ist kein Ausdruck seines Interesses, die Ereignisse auf ein einziges in einer Nussschale zusammenzustauchen, sondern ganz anders in lacrima – nicht in Worten, aber Tränen – die Stimmung eines Jahrhunderts zu spiegeln.

#38 Maurice Blanchot: Warten Vergessen

Dieses Buch ist unerträglich. Es ist eine Geschichte unwirklicher Präsenz. Die eine Anwesenheit, eine Liebe, bedeuten kann, die immer möglich ist, die auszuhalten wir aber nicht imstande sein werden. So surren die Parataxen, sie ädern ins Unverständliche, haben die Stimme in ihrer alltäglichen Kenntlichkeit gebrochen.

#35 Senthuran Varatharajah: Vor der Zunahme der Zeichen

Dieses Buch ist das lyrische Phantasma trockener und hoch-komplizierter Theorie, ein Anerzählen der rätselhaften Verquickung von Sinn und Bedeutung. Senthil Vasuthevan (SV) und Valmira Surroi (VS) spiegeln einander in ihren Initialen. Sie spiegeln einander und heben einander auf, sehen sich selbst in dem anderen und den anderen als sich selbst, geflüchtet ins Reich der Zeichen.