Auf der Ebene ist jeder Schritt eine riskante Entscheidung. Unsere Essays und Gespräche geben Orientierung.

Die Gärten sind Räume der Phantasie und der Geschichten. Wo Seltenes sprießt, ist der Schreibende ein Gärtner und der Leser einer, der sich gern verirrt. Prosa und Lyrik sind hier an ihrem Platz.

In Passagen begegnen wir uns. In diesem Raum der Aphorismen sind kleine Stücke aus Literatur und Philosophie ausgestellt und kommentiert.

Die Sentimenthek ist eine Bibliothek der guten Bücher und unserer sentimentalen Gefühle für sie.

#1 Michael Fehr: Glanz und Schatten

#1 Michael Fehr: Glanz und Schatten

 
  Michael Fehr,  Glanz und Schatten: Erzählungen  (Luzern: Der Gesunde Menschenversand, 2017).   Buch der Woche vom 01. Juli 2017

Michael Fehr, Glanz und Schatten: Erzählungen (Luzern: Der Gesunde Menschenversand, 2017).
Buch der Woche vom 01. Juli 2017

In Fehrs neuem Buch sind 18 Erzählungen versammelt und jede davon hat es in sich. Schon der erste Blick auf die Form verrät: dies ist keine gewöhnliche Prosa. Durch ständige Zeilenbrüche brechen Zeilen wortwörtlich weg, werden zu Versen. Satzzeichen sind Mangelware. Dafür werden die Texte von einer faszinierenden Rhythmik getragen, die bei jedem Mitlesen zum Mitsprechen verleitet. Ganz zufällig kommt diese Besonderheit nicht zustande. Der Schweizer Michael Fehr, Jahrgang 1982, ist seit seiner Geburt sehbehindert, weshalb er seine Schriftstücke nicht niederschreibt – sondern diktiert. Manchmal inszeniert er Texte singend auf der Bühne.
Die Längen der einzelnen Miniatur-Erzählungen variieren, manche nehmen nur eine Seite, andere dagegen knapp 20 ein. Bei allen Miniaturen aber entsteht der Eindruck, es handelt sich um Gedichte. Gedichte, in denen es nur so wimmelt von skurrilen, unheimlichen, märchenhaften Gestalten und nicht zuletzt von morbidem Witz. So etwa, wenn in einem der bekanntesten Stücke erklärt wird, wie man ein Rebhuhn sachgemäß auseinanderzunehmen hat.

 
#2 Claudio Magris: Ein Nilpferd in Lund

#2 Claudio Magris: Ein Nilpferd in Lund